Billiger Toner – das sollten Sie über Toner wissen

Informationen für Ihre Entscheidungen beim Tonerkauf

Wenn die Tonerkartusche leer ist, muss der Drucker mit einer neuen Kartusche bestückt oder die Kartusche wieder aufgefüllt werden. Tonerkartuschen sind meist sehr teuer, weshalb sich die Überlegung lohnt, ob eine neue qualitativ zuverlässige Tonerkartusche vom Hersteller des Druckgerätes oder aber eine preislich günstige kompatible Tonerkartusche angeschafft werden sollte.

Einige Informationen über Tonerkartuschen, ihre Funktionsweise und die verschiedenen Varianten in der Herstellung von Kartuschen sind durchaus hilfreich, um die individuell richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Die Tonerkartusche – so funktioniert das Herzstück Ihres Laserdruckers

Der zentrale Bauteil von Laserdruckern ist die Tonerkartusche. Laserdruckern, Kopierern und Laser-Faxgeräten liegt die Technologie der Elektrofotografie zugrunde, die für ihren Druckablauf auf die Tonerkartusche zugreifen.

In der Entwicklungsstation des Druck- oder Kopiergerätes wird das Tonerpulver durch elektrische Ladung aus der Kartusche auf die Bildtrommel des Druckers übertragen. Danach wird der Toner über eine Transferwalze auf das Papier übertragen. Das mit dem Toner belegte Papier wird danach durch ein Walzenpaar aus oberer Heiz- und unterer Presswalze geführt.

Durch die Heizwalze werden die Tonerpartikel geschmolzen, um auf dem Papier zu haften, während die Presswalze den Toner fest auf dem Papier aufdrückt.

Die Anforderungen an Ihre Tonerkartusche – ausgereifte Technik für hochwertigen Druck

Bei dem hoch entwickeltem Vorgang des Druckablaufes sind das Tonerpulver und der Drucker in ihren technischen Eigenschaften fein aufeinander abgestimmt. So muss das Tonerpulver eine Fließfähigkeit haben, die die Tonerpartikel innerhalb der Feinmechanik des Druckers in einer festgelegten Geschwindigkeit bewegt.

Die Tonerpartikel müssen exakt auf dem Trägermaterial auftreffen und dort stabil und staubfrei verbleiben, bis sie zur Heizwalze gelangen. Der Schmelzpunkt des Tonerpulvers muss in Abstimmung mit der Temperatur der Heizwalze in einem Sekundenbruchteil zusammentreffen, um im Hinblick auf die Drehgeschwindigkeit der Walzen im Drucker wieder rechtzeitig auszukühlen, ohne zu verwischen.

Zugleich muss die Tonerkartusche eine stabile Qualität aufweisen, die die Mechanik des Druckers nicht nur schont, sondern auch passgenau auf die Abmessungen des Gerätes zugeschnitten ist. Das auf dem Papier aufgebrachte Tonerpulver muss exakt und verlaufsfrei gezeichnet sein, damit die Ränder des Druckbildes nicht aufreissen.

Zudem muss der Toner eine gleichmäßige Deckung und einen ausgewogenen Auftrag genauso aufweisen wie ein farbtreues Mischverhalten mit den anderen Tonern im Farbsystem, um die hohen Ansprüche an ein qualitativ hochwertiges Druckbild zu erfüllen.

Da sowohl das Gehäuse der Kartusche als auch das Tonerpulver in einer engen Zusammenarbeit mit dem Druckgerät funktionieren, haben die Druckerhersteller erheblichen Entwicklungsaufwand in ihre qualitativ hochwertigen Tonerkartuschen gesteckt, der sich im Preis für eine Tonerkartusche niederschlägt.

Die Spielarten der Herstellung einer Tonerkartusche

Jedes Druckermodell der Gerätehersteller hat technische Spezifikationen, die ihren Einfluss auf die Konstruktion der zugehörigen Tonerkartusche haben. Die Hersteller entwickeln ihre Tonerkartuschen zusammen mit ihren Druckern und legen so deren Eigenschaften fest. Tonerkartuschen, die von Druckgeräteherstellern bereitgestellt werden, tragen die Kennzeichnung OEM für Original Equipment Manufacturer.

Kompatible Tonerkartuschen kommen von anderen Herstellern und stellen ihre Technik auf das Gerät ein, für dessen Einsatz sie angeboten werden. Dabei richten sich die Hersteller von kompatiblen Tonerkartuschen eng an die Vorgaben des Geräteherstellers und sind bemüht, dem Qualitätsstandard des OEM Produktes möglichst nahe zu kommen. Die kompatiblen Kartuschen sind wiederaufbereitete Tonerkartuschen und werden in den beiden Varianten Refill und Rebuilt hergestellt.

Refill Toner bereiten eine verbrauchte original Tonerkartusche wieder auf, indem das Gehäuse gründlich gereinigt und danach mit Tonerpulver aufgefüllt wird.

Auch die sogenannten Rebuilt Toner setzen auf das hochwertige Material von gebrauchten original Tonerkartuschen. Im Herstellungsverfahren Rebuilt werden die original Kartuschen darüberhinaus in ihre Einzelteile zerlegt, gründlich gereinigt und mit neuen Ersatzteilen bestückt, um danach mit hochwertigem Tonerpulver befüllt zu werden.

Beim Rebuilt Verfahren werden technisch wichtige Komponenten der Tonerkartusche, wie der Regulierungswischer, die Tonermischwelle, der Tonersensor oder die Magnetwalze gewartet und bei Bedarf durch neue Bauteile ersetzt. Dadurch bleibt die Zuverlässigkeit der technischen Bestandteile in der Tonerkartusche beim Rebuilt Verfahren auf hohem Niveau gewährleistet.

Billige Tonerkartuschen bieten Hersteller aus Asien an. Vor allem aus China kommen Plagiate von Tonerkartuschen, die die Technologie der OEM Tonerkartuschen kopieren, die Kartusche mit minderwertigem Material bauen, mit billigem Tonerpulver auffüllen und in einem Nachdruck der original Artikelbox mit dem Namen des Geräteherstellers auf dem europäischen Markt anbieten.

Original, Refill, Rebuilt oder billiger Klon – verschiedene Kriterien helfen bei der Wahl

Die Qualität von Druck, Seitenleistung und Zuverlässigkeit  

Da der Gerätehersteller die Anforderungen an die optimale Tonerkartusche für sein Druckgerät am besten kennt und die Technologie für seine Tonerkartuschen optimal entwickeln kann, bietet seine original Tonerkartusche die höchste Zuverlässigkeit und Druckqualität.

Original Tonerkartuschen weisen eine zuverlässige Ergiebigkeit auf, die mit der Seitenleistung angegeben wird. Sie zeigen einen verlässlichen Druck mit einer guten bis hochwertigen Bildausgabe. Der Druckerhersteller gibt die Bauart der Tonerkartusche, ihre Seitenleistung und Druckqualität als Maßstab vor, dem die Hersteller von kompatiblen Tonern nachfolgen, um eine attraktive Alternative zu bieten.

Refill Tonerkartuschen können vorzeitig ausfallen, da ihr Gehäuse nicht neu bestückt wird. Bei Refill Tonerkartuschen ist nicht zu erwarten, dass die Qualität des Tonerpulvers allzu hochwertig ist, da ein Refill Produkt vor allem mit einem besonders attraktiven Preis zu überzeugen vermag. Das Risiko eines Gehäuseschadens der Tonerkartusche, das mit dem Refill Produkt einhergeht, wird vor allem durch den Preis gerechtfertigt. Das legt nahe, dass die Refill Kartusche ebenso ein möglichst günstiges Tonerpulver einsetzt.

Ganz anders das Rebuilt Verfahren. Dieses Verfahren ermöglicht eine sehr stabile Qualität für das Gehäuse zum einen und den Einsatz eines hochwertigen Tonerpulvers zum anderen. Die Möglichkeiten, die das Rebuilt Verfahren eröffnet, bringen zum Teil Rebuilt Tonerkartuschen auf den Markt, die auf demselben hohen Niveau des Originals hinsichtlich ihrer Qualität im Druck, in der Seitenleistung und in der Zuverlässigkeit liegen.

Die Rebuilt Tonerkartusche ist eine ernst zu nehmende Alternative zum Original des Druckerherstellers und alleine abhängig vom Niveauanspruch des Rebuilt Unternehmens. Hier lohnt es sich, Informationen über verschiedene Hersteller von Druckerzubehör im Rebuilt Verfahren einzuholen.

Von der Druckqualität des China Klons darf man nicht allzu viel erwarten. Nicht nur das Druckbild ist blass, der Toner oftmals verschmiert, die Ränder ausgefranst und die Farben unsauber gemischt.

Die angegebene Seitenleistung wird nur zu einem Bruchteil erreicht, was zu einem häufigen Wechsel der Kartusche führt. Bei billigem Toner riskieren Sie zudem Schäden am Drucker, der durch billiges Tonerpulver mit ungleichmäßiger Körnung, mit einem zum Drucker versetzt eingestellten Schmelzpunkt oder durch austretendes Tonerpulver verursacht werden kann.

Der Preis

Der Preis für die Tonerkartusche, die der Druckerhersteller anbietet, gibt die Messlatte als zuverlässiges Spitzenprodukt für das jeweilige Druckermodell vor. Der satte Preis des Geräteherstellers ist durchaus gerechtfertigt, da dieser mit der technischen Entwicklung seines Druckers und der dazugehörigen Tonerkartusche technische Pionierarbeit und finanzielle Investitionen geleistet hat, die mit dem Preis für das Druckerzubehör wieder hereingebracht wird.

Der Drucker wird meist möglichst günstig in einem breiten Spektrum an Druckermodellen angeboten und weist zudem eine satte Laufzeit auf. Seine Entwicklungskosten wird der Druckerhersteller vor allem über sein Druckerzubehör decken, um schließlich auch einen Gewinn zu erzielen.

Der Hersteller alternativer Tonerkartuschen im Refill Verfahren hat ein geringes Risiko, er arbeitet ohne Entwicklungskosten und nutzt die entstehende Nachfrage nach möglichst günstigem Druckerzubehör, wodurch sein Preis sehr günstig ausfällt.

Das Rebuilt Verfahren setzt technisches Wissen praktisch um und ist vor allem um hohe Qualität zu einem attraktiven Preis bemüht. Mit Rebuilt erhalten Sie herstellerabhängig bis zu original Qualität zu einem fairen Preis.

Die China Klone überzeugen vor allem durch ihren unschlagbaren Preis. Die schnelle Produktionsweise und der Verzicht auf Entwicklungsarbeit halten die Produktionskosten für billige Plagiate auf einem Minimalniveau und reduzieren neben dem Preis ebenso den Einsatz von Risiko, Leistung und Material, aber auch die Qualität auf ein absolutes Minimum.

Umweltschutz

Original Tonerkartuschen können Sie ebenso wie Refill und Rebuilt Toner entsorgen. Sie werden wiederaufbereitet und dem Recycling-Kreislauf zugeführt. Billiger Toner aus Asien hingegen mit seiner minderwertigen Qualität wird von den Recycling Firmen nicht angenommen und landet so vollständig als Abfall auf der Müllhalde.

Fazit – Finger weg von billigem Toner

Billiger Toner mag in der Anschaffung äußerst attraktiv sein. Langfristig ist er ein Kostenfresser und seine anfängliche Ersparnis nicht wert. Billige Tonerkartuschen weisen einen Bruchteil ihrer Soll-Leistungsfähigkeit auf, zeigen eine minderwertige Druckqualität und können schwere Schäden am Druckgerät mit teuren Folgekosten verursachen.

Zudem ist der Kauf von Plagiaten moralisch mehr als fragwürdig und der damit verbundene wirtschaftliche Schaden für Hersteller, die der Wirtschaftsethik verpflichtet sind, erheblich.