Tintenstrahldrucker Wiki

Ähnlich wie der Laserdrucker, wird auch der Tintenstrahldrucker als Non-Impact-Drucker bezeichnet – der Druck findet berührungslos statt. Bei einem Tintenstrahldrucker werden allerdings Patronen mit Farbe eingesetzt, während der Laserdrucker auf Kartuschen mit Pulver setzt.

Der Tintenstrahldrucker dominiert private Haushalte, kann aber auch im Unternehmen aufgrund der spezifischen Eigenschaften überzeugen. Tintenstrahldrucker verwenden unterschiedliche Drucktechniken, wobei lediglich die DOD-Drucker (Drop-On-Demand-Drucker) im Eigenheim und im Büro eingesetzt werden.

Erscheinungsbild eines Tintenstrahldruckers

Tintenstrahldrucker werden optisch so hergestellt, dass sie den Laserdruckern ähneln. Die Drucker besitzen ein meist eckiges Gehäuse aus Kunststoff, welches die inneren Bauteile verbirgt. Auf der Hinter- oder Oberseite befindet sich der Papiereinzug. Danach folgt – vom Anwender nicht zu sehen – der Druckkopf. Das Papier wird zeilenweise bedruckt und gelangt anschließend in die Papierabgabe. Optische Unterschiede können mit der Wahl des Herstellers entstehen.

Funktionen des Tintenstrahldruckers

Bei der Funktionsweise des Tintenstrahldruckers muss zwischen zwei Oberbegriffen unterschieden werden, die sich wiederum in zwei Verfahren aufteilen. Für den normalen Gebrauch unbedeutend sind die CIJ-Drucker, die im Vergleich einen kontinuierlichen Tintenstrahl besitzen und ausschließlich in der Industrie eingesetzt werden. In der Industrie wird das Verfahren vor allem für Strich-Codes verwendet, die auf Packungen abgedruckt werden.

Viel wichtiger ist der sogenannte DOD-Druck (Drop on Demand). Das bedeutet, dass Geräte mit einzelnen Tropfen arbeiten, die nur an der Stelle aufgebracht werden, an denen auch ein Bildpunkt benötigt wird. Dieser Oberbegriff teilt sich wiederum in zwei Verfahren auf. Im Büro oder im Heimgebrauch werden sogenannte Bubble-Jet-Drucker oder Piezo-Drucker verwendet.

Bubble Jet-Druckerverfahren beim Tintenstrahldrucker

Der Bubble-Jet-Drucker arbeitet mit winzigen Tintentropfen, die über ein Heizelement erhitzt werden. Die Tropfen werden zum Kochen gebracht – es entstehen eine Dampfblase und ein Überdruck im Druckkopf. Durch diesen Überdruck werden die Tropfen aus dem Druckkopf geschleudert und durch hohen Druck auf das Papier übertragen.

Dabei werden Tintentropfen mit einem Durchmesser zwischen 0,3 und 0,4 Millimeter erzeugt. Neue Tinte kann erst dann nachströmen, wenn sich die Dampfblase abgekühlt hat. Grundsätzlich wird davon gesprochen, dass bei diesem Verfahren eine Frequenz von knapp 10.000 Hertz erreicht wird. Im Vergleich zum Piezo-Verfahren ist das sehr langsam. Allerdings hat der Bubble-Jet-Tintenstrahldrucker den Vorteil, dass die Tinte und der Drucker selbst sehr günstig sind.

Tintenstrahldrucker mit Piezo-Druckerverfahren 

Beim Piezo-Drucker wird eine Frequenz von 16.000 Hz erreicht. Während beim Bubble-Jet-Verfahren hohe Temperaturen notwendig sind, damit der Farbtropfen via Überdruck durch das Ventil vom Druckkopf gedrückt wird, arbeitet dieser Tintenstrahldrucker mit namensgebenden Piezo-Kristallen. Diese Kristalle befinden sich hinter der Düse oder dem Ventil des Druckers. Beim Drucken werden elektrische Impulse eingesetzt, die wiederum die Kristalle so verformen, dass sie an Masse zunehmen.

Die zunehmende Masse verringert das Volumen in der Kammer vor der Düse, was wiederum dafür sorgt, dass die Tinte durch die Düse gedrückt wird. Der Piezo-Drucker arbeitet dabei nicht nur schneller als der Bubble-Jet-Drucker, sondern ist auch weniger anfällig gegenüber Verschleiß. Die fehlenden hohen Temperaturen sorgen dafür, dass der Druckkopf nicht zu stark erhitzt. Nachteilig ist aber, dass solche Drucker höhere Anschaffungspreise aufweisen und verstopfte Düsen nicht wieder selbstständig gereinigt werden können.

Druckkapazitäten eines Tintenstrahldruckers

Bei den Druckkapazitäten muss zwischen Piezo-Druckern und Bubble-Jet-Druckern unterschieden werden. Während der Druckkopf bei einem Bubble-Jet-Drucker ca. 50.000 Seiten aushält, schafft der Piezo-Drucker knapp 500.000 Seiten. Allerdings muss gesagt werden, dass es vor allem auf die Preise und Anschaffungen der Tintenpatronen ankommt.

Da Bubble-Jet-Drucker nur wenige Seiten schaffen, werden Druckköpfe meist in den Tintenpatronen eingesetzt. Das führt zu höheren Anschaffungspreisen und kann dazu führen, dass nur Patronen vom Original-Hersteller verwendet werden können. Eine Tintenpatrone bei einem Bubble-Jet-Drucker schafft bis zu 3.000 Seiten.

Bei einem gleichwertigen Piezo-Drucker werden Kapazitäten von bis zu 7.000 Seiten erreicht. Nachteilig ist aber, dass die Tinte im Vergleich relativ teuer ist. Hier kann jedoch auf hochwertige Alternativ-Tinte zurückgegriffen werden.

Zubehör

In den Bereich des Zubehörs fallen vor allem die Patronen, die mit flüssiger Farbe gefüllt sind. Während beim Laserdrucker Staubpartikel eingesetzt werden, die negativ und positiv geladen werden und zu Feinstaubbelastungen führen können, entstehen bei Farbpatronen keine gesundheitlichen Schäden.

Die Art der Tinte ist beim Druck entscheidend. Wenn Tinten- oder Farbpatronen vom Original-Hersteller verwendet werden, ist es in der Regel der Fall, dass diese optimal auf das Gerät abgestimmt sind. Bei Patronen von Drittanbietern hingegen kann es passieren, dass die Farbe nicht-pigmentiert ist. In diesem Fall ist die Farbe chemischer Natur, was dazu führt, dass die Farbe sehr UV-empfindlich ist. Die Folge – Bilder können schon nach wenigen Wochen oder Monaten ausbleichen.

Bei pigmentierten Farben setzen Hersteller auf stabile Moleküle, die gegenüber UV-Strahlen unempfindlich sind. Ob Farben pigmentiert oder nicht-pigmentiert sind, lässt sich über die Beschreibung der Farben herausfinden. Es kommt stark auf die Qualität der Alternativ-Tinte an. Recycelte Farben haben meist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und werden oft pigmentiert verkauft.

Papier-Zubehör beim Tintenstrahldrucker

Der Papiereinzug ist ein wichtiges Kriterium beim Tintenstrahldrucker, denn er gibt an, welche Papierformate in einem Tintenstrahldrucker verwendet werden können. Zwar gibt es für die Industrie Tintenstrahldrucker für Plotter-Rollen, für den Heimgebrauch oder für das Büro haben die meisten Modelle eine maximale Papiergröße von Din A4. Kleinere Formate sind durchaus möglich, hängt aber immer von der Gestaltung des Papiereinzugs ab.

Dieser kann verschiedene Rillen oder Abschnitte besitzen, womit beispielsweise Umschläge oder kleinere Fotopapiere eingelegt werden können. Da der Tintenstrahldrucker im Vergleich zum Laserdrucker wesentlich bessere Fotos druckt, gehören Fotopapiere (glänzend, matt) zu den bevorzugten Medien. Folgende Medien können ebenfalls bei den gängigen Modellen genutzt werden:

Das maximale Gewicht wird vom Hersteller bestimmt. Normales Papier hat ein Gewicht von ca. 60 g/m², während Fotopapier meist bis zu 300 g/m² aufweist. Für solch ein Fotopapier besitzen Tintenstrahldrucker meist ein zweites Einschubfach. Das liegt daran, dass Fotopapier nur schwer gebogen werden kann – im zweiten Einschubfach wird dieser Vorgang nicht durchgeführt.

Besonderheiten des Tintenstrahldruckers

Tintenstrahldrucker sind langsamer als Laserdrucker, Patronen müssen häufiger gewechselt werden und die Dokumente sind nicht immer UV-beständig. Doch gerade die hohe Qualität bei Fotografien sorgt dafür, dass Tintenstrahldrucker noch immer gern genutzt werden. Die Besonderheit liegt in der Wahl der Medien. Während Laserdrucker meist nur Papiere bedrucken können, lassen sich mit den Tintenstrahldruckern CD-Rohlinge, Fotopapiere oder Folien bedrucken.

Vorteile:

  • Erstklassige Qualität bei Fotografien
  • Günstige Anschaffungspreise
  • CD-Druck möglich
  • Farbpatronen sind nicht gesundheitsschädlich

Nachteile:

  • Niedrige Druckgeschwindigkeit
  • Nicht-pigmentierte Farben sind UV-empfindlich
  • Hohe Kosten für Farbpatronen

Kundensegment für Tintenstrahldrucker

Tintenstrahldrucker werden sowohl im privaten Haushalt, als auch im Büro oder in der Industrie verwendet. Während die CIJ-Drucker ausschließlich in der Industrie eingesetzt werden, können DOD-Tintenstrahldrucker im Privaten oder auch im Büroalltag eingesetzt werden.

Ausschlaggebend für die Nutzung ist der geringe Anschaffungspreis. Tintenstrahldrucker besitzen einen einfachen Aufbau und sind daher mit niedrigen Herstellungskosten behaftet. Diese niedrigen Herstellungskosten kommen dem Endkunden zugute.

Hinzu kommt der Vorteil, dass die Tintenstrahldrucker Grafiken und Fotografien weitaus präziser darstellen können, als es bei einem Laserdrucker der Fall wäre. Gerade wenn spezielle Papiersorten (Fotopapier) eingesetzt werden, können andere Verfahren nicht das Wasser reichen.

Allerdings muss erwähnt werden, dass die meisten Unternehmen immer mehr auf Laserdrucker setzen. Durch die Tinte beim Tintenstrahldrucker ist es theoretisch möglich, dass sich Farben durch chemische Lösungsmittel lösen lassen. Beim Laserdrucker werden Farben auf das Papier gebrannt – das Löschen von Informationen ist nicht möglich.

Auch die hohe Geschwindigkeit der Laserdrucker führt dazu, dass Tintenstrahldrucker lieber in privaten Haushalten eingesetzt werden. Hier sollte der Drucker aber regelmäßig genutzt werden, da Druckköpfe bei Tintenstrahldruckern dazu neigen, schnell auszutrocknen, sofern der Drucker nicht regelmäßig genutzt wird.