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Feinstaubfilter für Drucker

Feinstaubfilter für Drucker

Ein Feinstaubfilter für den Drucker ist Vorsorge, kein Muss: Laut Innenraumlufthygiene-Kommission beim Umweltbundesamt sind Laserdrucker keine spezifische Gesundheitsgefahr. Nachrüstfilter wirkten in Messungen des Umweltbundesamts sehr unterschiedlich und passen nicht an jeden Drucker. Die Behörden empfehlen vor allem gut belüftete Räume, Abstand zum Arbeitsplatz und beim Kauf ein emissionsarmes Gerät.

Gibt ein Drucker Feinstaub ab?

Ja, vor allem Laserdrucker. In der Fixiereinheit wird der Toner bei etwa 150 bis 200 Grad auf das Papier geschmolzen. Dabei verdampfen Stoffe, die beim Abkühlen zu winzigen Partikeln kondensieren. Auch das Papier gibt durch Hitze und Reibung Partikel ab. So beschreiben es Fachleute von Umweltbundesamt und Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Diese ultrafeinen Partikel sind kleiner als 300 Nanometer. Laut Umweltbundesamt bestehen sie zum größten Teil aus schwerflüchtigen organischen Stoffen, der kleine Rest aus festen Teilchen wie Ruß, Silizium oder Metallen. Größere Partikel ab einem Mikrometer, wie sie als Tonerpulver in der Kartusche liegen, werden nicht ausgestoßen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beschreibt die Emissionen als Gemisch aus flüchtigen Verbindungen, Flüssigaerosolen und Stäuben, auch Papierstaub, mit nur sehr geringem Anteil Tonerstaub.

Schwarze Pulverwolke als Sinnbild für Tonerpulver, das Laserdrucker laut Umweltbundesamt nicht ausstoßen

Moderne Laserdrucker geben laut Umweltbundesamt nur noch wenig Ozon ab, auch Feinstaub und flüchtige organische Stoffe sind deutlich zurückgegangen.

Kann Feinstaub vom Drucker krank machen?

Eine spezifische Gesundheitsgefahr sehen die zuständigen Stellen nicht. Die Innenraumlufthygiene-Kommission beim Umweltbundesamt hat die Studien zuletzt 2017 bewertet. Ihr Ergebnis fasst das Bundesumweltministerium so zusammen: Laserdrucker sind eine von vielen Quellen für Belastungen der Innenraumluft und stellen keine spezifische Gesundheitsgefahr dar. Auch die BAuA sieht am Arbeitsplatz generell keine relevanten Risiken. Allergische Reaktionen bei Menschen, die bereits auf bestimmte Stoffe sensibilisiert sind, schließt sie im Einzelfall nicht aus.

Welche Symptome werden mit Feinstaub vom Drucker in Verbindung gebracht?

Laut Bundesumweltministerium klagten Betroffene vor allem über Reizungen der Augen und im Nasen- und Rachenbereich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat gemeldete Fälle und eine eigene Studie ausgewertet: Die Beschwerden waren unspezifisch und in keinem Fall schwerwiegend. Ihr Muster entspricht dem Sick-Building-Syndrom, das schon seit den 1970er-Jahren bei Menschen in Büroräumen beschrieben wird, als es noch keine Laserdrucker gab. Ob Druckeremissionen die Ursache sind, ließ sich nicht klären.

Gereizte Augen oder Atemwege können viele Ursachen haben. Lassen Sie Beschwerden deshalb ärztlich abklären. Bei möglichen allergischen Reaktionen am Arbeitsplatz rät die BAuA, betriebsärztliche Unterstützung hinzuzuziehen.

Ist ein Feinstaubfilter für Drucker sinnvoll?

Feinstaubfilter zum Nachrüsten werden am Luftauslass des Druckers angebracht und sollen die Partikel in der Abluft auffangen. Ob das gelingt, hängt vom Filter und vom Drucker ab. Das Umweltbundesamt hat 2008 und 2009 vier handelsübliche Nachrüstfilter an vier Tisch-Laserdruckern geprüft:

  • Alle Filtertypen verringerten die Zahl der Partikel in der Luft, allerdings sehr unterschiedlich.
  • Ein Filtertyp zeigte kaum Wirkung.
  • Zwei Filtertypen verringerten die Partikel deutlich, wirkten aber schwächer bei den kleinsten Partikeln unter 25 Nanometern.
  • Nur ein Filtertyp, laut Hersteller mit Aktivkohle, wirkte an einem der Drucker auch bei den kleinsten Partikeln stark.

Dazu kommt: Viele Tischlaserdrucker haben keinen Luftauslass, durch den sie ihre Abluft gezielt ausblasen. Nicht jeder Laserdrucker eignet sich deshalb laut Umweltbundesamt für einen Nachrüstfilter. Auch das BfR hielt 2008 fest, dass die Wirkung zumindest bei einem untersuchten Filter eher gering war. Das Bundesumweltministerium ordnet den Filtereinsatz als allgemeine Vorsorge ein, nicht als Abwehr nachweisbarer Gesundheitsrisiken. Eine Absaugung am Arbeitsplatz hält die BAuA nach derzeitigem Kenntnisstand nicht für erforderlich.

Weißer Farblaserdrucker, daneben ein Feinstaubfilter zum Nachrüsten mit wabenförmigem Gitter

So bringen Sie einen Nachrüstfilter an

Ein Filter kommt als zusätzliche Vorsorge infrage, wenn Ihr Drucker einen erkennbaren Luftauslass hat. Die Empfehlungen der Behörden zu Lüftung und Aufstellung gelten unabhängig davon.

  1. Prüfen Sie im Handbuch oder am Gerät, wo Ihr Drucker seine Abluft ausbläst.
  2. Wählen Sie einen Filter, der in Größe und Befestigung zu dieser Öffnung passt.
  3. Bringen Sie ihn nach der Montageanleitung des Filterherstellers an.
  4. Wechseln Sie den Filter in dem Abstand, den der Filterhersteller angibt.

Filter zum Nachrüsten finden Sie in der Kategorie Feinstaubfilter.

Wie verhindern Sie Feinstaub vom Drucker?

Die Tabelle fasst zusammen, was Behörden und Unfallversicherung empfehlen oder untersucht haben.

Maßnahme Was sie bewirkt Empfohlen oder untersucht von
Nach häufigem oder längerem Drucken lüften Tauscht die Raumluft aus, an die der Drucker Partikel abgibt. Umweltbundesamt; die BAuA rät zu ausreichend großen, gut belüfteten Räumen
Drucker so aufstellen, dass die Abluft nicht auf den Arbeitsplatz zielt Die Abluft strömt nicht direkt zu Ihnen. Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)
Viel genutzte Drucker in einen eigenen, gut belüfteten Raum stellen Mehr Abstand zwischen Gerät und Arbeitsplätzen Umweltbundesamt, BAuA
Beim Kauf auf ein emissionsarmes Gerät achten, etwa mit dem Blauen Engel Laserdrucker mit dem Blauen Engel müssen in der Prüfkammer einen Prüfwert für die Zahl der ausgestoßenen Partikel einhalten. Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium
Toner sorgfältig wechseln, Verschüttetes feucht aufwischen Tonerpulver wird nicht aufgewirbelt. IFA
Nachrüstfilter am Luftauslass Wirkung je nach Filter und Drucker sehr unterschiedlich; nur bei Geräten mit Luftauslass möglich Umweltbundesamt (Tests 2008 und 2009)
Tintenstrahldrucker statt Laserdrucker Deutlich weniger ultrafeine Partikel; am Arbeitsplatz hält die BAuA einen Wechsel nicht für erforderlich. Umweltbundesamt, BAuA

Für das Drucken zu Hause sah das Umweltbundesamt 2008 kein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Nach häufigem oder längerem Drucken das Fenster zu öffnen, kann laut Amt aber nicht schaden. Wo der Drucker in der Wohnung gut steht und warum er nicht ins Schlafzimmer gehört, lesen Sie im Beitrag Wohin stelle ich den Drucker?

Gibt ein Tintenstrahldrucker Feinstaub ab?

Tintenstrahldrucker arbeiten mit flüssiger Tinte statt mit Tonerpulver. Ganz frei von Partikeln sind sie nicht: In Vergleichsmessungen des Umweltbundesamts setzte auch der untersuchte Tintenstrahldrucker Partikel frei, aber weniger als die Laserdrucker. Bei den ultrafeinen Partikeln liegt die Tintenstrahltechnik laut Umweltbundesamt deutlich unter Laserdruckern.

Die Gesundheitsbewertungen von Umweltbundesamt, BAuA und BfR beziehen sich auf Laserdrucker und Kopierer. Eine eigene Bewertung für Tintenstrahldrucker enthalten die hier ausgewerteten Quellen nicht. Geräte finden Sie in der Kategorie Tintenstrahldrucker. Was Laser und Tinte sonst unterscheidet, erklärt der Beitrag Lohnt sich ein Laserdrucker im privaten Haushalt?

Mobiler Tintenstrahldrucker HP OfficeJet 200 mit einer ausgedruckten Seite im Ausgabefach

Toner wechseln: Wie vermeiden Sie Tonerstaub?

Beim Tonerwechsel kommen Sie direkt mit Tonerpulver in Berührung. Das IFA der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung empfiehlt:

  1. Halten Sie sich an die Anleitung im Handbuch Ihres Druckers.
  2. Achten Sie beim Herausnehmen darauf, dass kein Toner aus der Kartusche rieselt.
  3. Ist doch Toner danebengegangen, wischen Sie ihn mit einem feuchten Tuch auf und entsorgen Sie das Tuch im Restmüll. Blasen Sie Toner nie weg.
  4. Toner auf Haut oder Kleidung entfernen Sie mit kaltem Wasser und Seife. Warmes Wasser macht den Toner klebrig.
  5. Ist das Druckbild danach unsauber, drucken Sie eine Reinigungsseite, wenn Ihr Handbuch sie vorsieht.

Wie Sie die leere Kartusche entsorgen, lesen Sie im Beitrag Tonerkartuschen richtig entsorgen. Wie Sie den Drucker reinigen, zeigen unsere Tipps zur Drucker-Wartung.

Häufige Fragen

Welche Symptome kann Feinstaub vom Drucker auslösen?

Betroffene berichteten laut Bundesumweltministerium vor allem von Reizungen der Augen sowie im Nasen- und Rachenbereich. Das BfR stufte gemeldete Beschwerden als unspezifisch und in keinem Fall schwerwiegend ein; dass Drucker die Ursache sind, ist nicht belegt. Lassen Sie Beschwerden ärztlich abklären.

Ist ein Feinstaubfilter für den Laserdrucker sinnvoll?

Er kann eine zusätzliche Vorsorge sein, wenn Ihr Drucker einen erkennbaren Luftauslass hat. In Tests des Umweltbundesamts wirkten Nachrüstfilter sehr unterschiedlich, einer zeigte kaum Wirkung. Lüftung und Aufstellung empfehlen die Behörden unabhängig davon.

Sind Tintenstrahldrucker gesundheitsschädlich?

Die Bewertungen der Behörden betreffen Laserdrucker und Kopierer; für diese sehen sie keine spezifische Gesundheitsgefahr. Eine eigene Bewertung für Tintenstrahldrucker enthalten die ausgewerteten Quellen nicht. Laut Umweltbundesamt geben Tintenstrahldrucker deutlich weniger ultrafeine Partikel ab als Laserdrucker.

Wie kann ich Feinstaub vom Drucker verhindern?

Lüften Sie nach längeren Druckaufträgen, richten Sie die Abluft nicht auf Ihren Platz und stellen Sie viel genutzte Geräte in einen eigenen, gut belüfteten Raum. Beim Kauf rät das Umweltbundesamt zu einem emissionsarmen Gerät.

Wie oft muss ein Feinstaubfilter gewechselt werden?

Das legt der Hersteller des Filters fest. Halten Sie sich an seine Angaben zu Wechselintervall und Montage; eine einheitliche Frist nennen die Behörden nicht.

Quellen